Chinesische Kultureinrichtungen und Tourismus-unternehmen haben innovative Maßnahmen entwickelt, um Besucher auch in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen zu erreichen. Dabei machen sie sich vor allem die virtuelle Welt zu Nutze. Chinas große Investitionen der letzten Jahre in die Digitalisierung zahlen sich hierbei besonders aus.

Besondere Beliebtheit hat „yunyou“ (云游) erlangt, was „Cloud Reisen“ bedeutet. Die nordchinesische Provinz Gansu beispielsweise nutzt die weltweit beliebte Videoplattform „TikTok“ und präsentiert über 170 Reiseziele der Provinz in kurzen Videos, die bis dato bereits mehrere hundert Millionen Mal angesehen wurden. In der südöstlichen Provinz Fujian können virtuell Reisende sich über die Messenger-App WeChat die weltberühmten „Tulou-Rundhäuser“ in einer 720º Panorama-Einstellung anschauen, die sich einfach mit den Fingern am Smartphone Bildschirm steuern lässt.

Auch kulturelle Einrichtungen machen mit innovativen Formaten auf sich aufmerksam. Die Landesbibliothek der Provinz Fujian konnte seit Februar 2020 mehr als 15 Millionen zusätzliche Online-Besuche verzeichnen und das Museum der Provinz Zhejiang hat 180 „Cloud-Ausstellungen“ gestartet, die, nach Angaben der Museumsleitung, von der Bevölkerung sehr gut angenommen werden. Die geplanten Konzerte verschiedener Orchester werden seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen umsonst über das Internet übertragen.

Die Gansu Mogao Grotten ( copyright FVA China)

Nach der Lockerung der Reise- und Ausgangsbeschränkungen hat das Ministerium für Kultur und Tourismus intensive Unterstützungen für die Reisebranche angekündigt. Auf der offiziellen Webseite der Behörde können Unternehmen finanzielle Hilfen beantragen und sich über aktuelle Entwicklungen informieren. Weiterhin haben Behörden die Rückerstattung von Zahlungen, die Tourismusunternehmen als Qualitätsgarantie an sie leisten, veranlasst.

Unternehmen soll so eine stärkere finanzielle Startposition für die Wiederaufnahme der Geschäfte ermöglicht werden. Auch die Lokalregierungen unterstützen Tourismus, Kultur und Wirtschaft mit Finanzhilfen, beispielsweise in Form von Gutscheinen, die an Bürger verlost werden. In Zukunft, so betonte ein Sprecher des Ministeriums für Kultur und Tourismus bei einer Pressekonferenz im März 2020 will man, zusätzlich zu den physischen Angeboten der Unternehmen, auch verstärkt digitale Maßnahmen fördern.