Von Gerhard Scharinger, Head of Corporate Hedging Central and Eastern Europe bei Western Union Business Solutions
Reiseanbieter sind vielfältigen Währungsrisiken ausgesetzt. Mit einer individuell zugeschnittenen Strategie zur Risikominimierung können sie sich gegen mögliche Gefahren absichern und trotzdem flexibel bleiben.
Transport und Tourismus gehören zu den größten Branchen der Weltwirtschaft. Jedoch stehen Tourismusunternehmer durch die kontinuierliche Entwicklung ihrer Branche auch vor vielen Herausforderungen und haben mit Komplikationen zu kämpfen. Viele Firmen, besonders kleine und mittelständische Betriebe, haben oftmals keine effektive Lösung, um internationale Zahlungen kosteneffizient zu bearbeiten und Währungsrisiken zu minimieren.

Gerhard Scharinger

Zahlung in Euro verteuert das Reisen
Eine denkbar einfache Möglichkeit, sich vor diesen Gefahren zu schützen, ist es, ausschließlich in Euro zu bezahlen – auch in Ländern außerhalb des SEPA-Raumes. Damit ist man den Währungsschwankungen zwar selbst nicht mehr ausgesetzt, jedoch wälzt man das Risiko auf die Lieferanten ab. Diesen Risikotransfer lassen sich Touristiker in den Reiseländern oft teuer bezahlen. Die deutschen Anbieter wiederum lassen diesen Aufpreis für gewöhnlich in ihren (Euro-)Preis einfließen. Reisen werden dadurch teurer und der Mitbewerb gestärkt.

Die Herausforderungen für Touristiker sind mannigfach: Naturkatastrophen, eine schwer prognostizierbare Buchungslage und die politische Situation in einigen Reiseländern sind nur einige Beispiele. Sie stellen sich daher die Frage: Wie manage ich Währungsrisiken und bin gleichzeitig als Unternehmer in der Lage, auf Marktveränderungen zu reagieren? Denn gerade die Tatsache, dass Preise über einen längeren Zeitraum gültig sein sollen, bereitet vielen Reiseunternehmen Kopfzerbrechen.

Obwohl es entscheide Vorteile hat, Leistungen in Lokalwährung einzukaufen, spielt die Währungsmarktentwicklung eine entscheidende Rolle. Einerseits kann die Abwertung einer Währung das Aus eines strategischen Marktes für einen Reiseveranstalter bedeuten. Andererseits kann sie aber auch eine Chance sein, Gewinne zu optimieren. Um eigene Kunden und sich selbst vor unliebsamen Überraschungen bezüglich des Reisepreises zu schützen, muss eine richtige Strategie beziehungsweise ein passendes Produkt gefunden werden.

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Verschiedene Möglichkeiten der Risikominimierung
Es gibt vielfältige Lösungen, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und sich gegen unerwünschte Marktbewegungen und Währungsrisiken zu schützen. Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen und strukturierte Optionen können zur Absicherung gegen volatile Märkte eingesetzt werden.
Für Reiseunternehmen bieten sich vor allem strukturierte Optionslösungen an. Diese ermöglichen es den Unternehmen, auf etwaige Marktveränderungen zu reagieren und in jedem Marktumfeld konkurrenzfähig zu bleiben. Sie bieten eine vollständige Absicherung der geplanten oder erwarteten Reisen, gepaart mit einem hohen Maß an Flexibilität. Devisentermingeschäfte werden in der Regel verwendet, um sich gegen Fremdwährungschwankungen zu sichern und Katalogpreise zu garantieren. Die Flexibilität fehlt jedoch. Was tun, wenn die Buchungen ausbleiben, die politische Situation im Reiseland sich gravierend verändert oder die Währung um mehr als sieben Prozent schwankt? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, eine Absicherungsstrategie auf die jeweiligen Anforderungen des Unternehmens zuzuschneiden, sowie mehrere Produkte, die für ein individuelles Risikomanagement kombiniert werden können.

Der richtige Zeitpunkt, eine Absicherung umzusetzen, ist ebenfalls ein essentieller Teil des Risikomanagements. Auch hier gilt, dass der richtige Zeitpunkt sehr stark vom Unternehmen selbst abhängt. Wann müssen Kataloge gedruckt werden, was erwartet der Konsument und wie verhält sich der Mitbewerb?

Das richtige Währungsmanagement für Reiseveranstalter ist sehr wichtig. Hier die Z-Bar im SIS Kata Resort, Phuket, Thailand

Eine Vielzahl von Faktoren muss berücksichtigt werden, um Währungsrisiken effektiv zu minimieren, jedoch darf man eines nie vergessen: Eine sichere und flexible Kalkulation bedeutet am Ende nicht nur einen zufriedenen Kunden, sondern auch einen zufriedenen Veranstalter.