Mittelstandsverband kritisiert unnötige Mehrbelastung für Veranstalter und Reisebüros. Die Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V. (asr) begrüßt den Vor-stoß des Verbandes Internet-Reisevertrieb (VIR) und des europäischen Dachverbandes European Technology and Travel Services Association (ETTSA) gegen die Deutsche Lufthansa AG. Ebenso wie die beiden Initiatoren der EU-Beschwerde kritisiert auch der asr die Vertriebspraktiken der Lufthansa als diskriminierend und wettbewerbsrechtlich unzulässigen Missbrauch ihrer Marktmacht. Lufthansa bietet seit 9. Oktober ihre günstigsten Flüge nicht mehr auf den gängigen GDS an.“Wir empfinden das Vorgehen der LH als zutiefst unanständig, sind aber nicht überrascht worden”, erläutert asr-Präsident Jochen Szech die Position des Verbandes. “Das war absehbar und wir sind dazu schon seit letztem Jahr im Dialog mit der International Air Transport Association (IATA), so Szech weiter. Der asr setzt seine Hoffnung nun darauf, dass die Bemühungen des VIR und der ETTSA den Druck auf die Lufthansa Group erhöhen, ihre Entscheidung zu revidieren.
Der asr kritisiert neben der Wettbewerbsverzerrung im Vertrieb auch jene im operativen Bereich: “Die Lufthansa kündigt einseitig und ohne Not bewährte technische Abläufe auf – alle wichtigen Mid- und Backoffice-Systeme sind auf die GDS ausgerichtet. Das Buchen über die “Direct Connect”-Anbindungen ist nicht gleichwertig und verursacht einen erheblichen zeitlichen und

Jochen Szech

finanziellen Mehraufwand”, stellt Szech fest und ergänzt: “Das ist schlichtweg nicht akzeptabel!” Szech leitet in Personalunion auch den Ausschuss Flug und Beförderung im asr.
Der asr registriert bereits jetzt bei seinen Mitgliedern, sowohl im Veranstalter- als auch im Reisebürobereich negative Auswirkungen der jüngsten Vertriebspolitik der Lufthansa. Der Verband prüft nun eigene Schritte gegen die Lufthansa-Gruppe, auch in der jüngst vom asr ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe der europäischen Mittelstandsvereinigungen im Tourismus.